Zürich in Mailand erzählen

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Das Zürcher Design in Mailan vorstellen mit Alfredo Häberli und Zürich Tourismus.


Zürich ist viel mehr als nur Schokolade, Banken und Weihnachtsmärkte. Sie ist eine sehr aktive Stadt im Bereich Design, dessen Geschichte oft mit derjenigen von Mailand verbunden war und immer noch ist. Ich erzähle euch von meiner Erfahrung an der ‘Triennale Milano’ als Gast von Zürich Tourismus zusammen mit Alfredo Häberli. Thema: Design als Element der Verbindung und des Dialogs zwischen Zürich und Mailand.

Die Veranstaltung präsentierte zwei unterschiedliche Perspektiven: Einerseits die Erfahrung eines bekannten Schweizer Designers (Häberli), andererseits aus meinem tagtäglichen Umgang mit kleinen und grossen Schweizer Designern. Wenn ihr mich kennt, wisst ihr schon, dass Design im Mittelpunkt meiner Arbeit steht, und dass es mich auch bei der Auswahl der Orte leitet, über die ich auf Zurich Wonderland erzähle.

L’atrio del Palazzo della Triennale di Milano – Ph: Valeria Crescenzi

Zürich-Milan: a DESIGNed journey

Die Veranstaltung «Zürich-Milan: a DESIGNed Journey» war eine richtige Reise in die Welt des Designs, die einige der bedeutendsten Phasen dieser Beziehung vom frühen 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart nachzeichnete. Hier sind einige bekannte Beispiele.

Max Miedinger, Zeichner der Helvetica-Schriftart, war Zürcher. Seine Schrift ist weltweit berühmt; in Italien wurde sie für die Logos einiger Unternehmen wie Calzedonia, Parmalat und Superga verwendet.

Auch in der Geschichte von La Rinascente gibt es eine starke Verbindung zum Schweizer Grafikdesign, insbesondere zu denjenigen von Max Huber und von Lora Lamm. Als Direktoren der Kreativabteilung des Kaufhauses waren sie in den 1950er und 1960er Jahren Urheber einiger der beliebtesten historischen Plakate.

Lora Lamm – La Rinascente – Museum für Gestaltung Zürich
Max Huber – Triennale di Milano – Museum für Gestaltung Zürich

Eine Auswahl dieser Plakate sind im Museum für Gestaltung ausgestellt, einem der schönsten Museen Zürichs.


Heute hat die Triennale Milano ein neues Logo vom Zürcher Studio Norm erhalten, eine Fusion der früheren Logos von Italo Lupi und Pierluigi Cerri.

Das sind alles eindrückliche Zeugen der lebendigen, kulturellen Beziehung zwischen den beiden Städten, deren persönliche Geschichte wir nach dem eigentlichen historischen Exkurs vertieft haben.

DESIGN MACHEN UND DESIGN ERZÄHLEN. DAS ZÜRICH VON ALFREDO HÄBERLI UND MEIN ZÜRICH WonDERLAND

Von Links nach Rechts: Alfredo Häberli, Anita Berardi, Valeria Crescenzi – Foto Bild via Link hinzugefügt. Credits: mondointasca.it

Design machen. Die Erfahrung von Alfredo Häberli

Alfredo Häberli, einer der aktivsten Designer der zeitgenössischen Schweizer und internationalen Szene, kommt als Teenager in die Schweiz und diplomiert sich 1991 in Industrial Design. Ein Kaffee mit dem Meister Achille Castiglioni wird ihn ermutigen, sein eigenes Studio in Zürich zu eröffnen und so beginnt eine Karriere voller Kooperationen mit bekannten Designmarken: von Vitra bis Iittala über Kvadrat, Luceplan und Moroso.

Alfredo Häberli, designer – Bild via Link hinzugefügt

«Design machen in Zürich» wird für Häberli zu einer ausdrucksstarken Sprache, die seine argentinischen Ursprünge mit der Schweizer Erfahrung verbindet: das Denken in Systemen und auch eine gewisse Strenge mischt sich mit Kreativität und einer Liebe für Farbigkeit. Zürich ist für ihn ein Spielplatz, ein strategischer Ausgangspunkt, um durch Europa zu reisen und mit verschiedenen Designszenen in Kontakt zu bleiben. Eine Grundvoraussetzung für ihn, um offen und neugierig zu bleiben.

Observation is the finest form of thinking – Alfredo Häberli

Mailand verdankt er neben dem Aspekt der «Latinität», der an seine argentinische Herkunft anknüpft, weitere berühmte Begegnungen mit Grössen wie Mari und Munari und nicht zuletzt die Entdeckung der Gestalt des Designers hinter dem entworfenen Objekt. Zürich hingegen hilft ihm in der Entwicklung eines eigenartigen Charakters basierend auf Zweckmässigkeit und Ästhetik, der immer etwas aus dem Rahmen fällt. Genau wie die Stadt, in der er lebt und arbeitet: organisiert, optimiert, aber weltoffen und mit interessanten Inputs.


Wenn ihr Zürich besucht und in einem speziellen Hotel übernachten möchtet, das komplett von Alfredo Häberli entworfen wurde, informiert euch in meinen Artikel über das 25hours Hotel Zürich West.


Das Design erzählen. «Mein» Zurich Wonderland

Mein Umzug von Italien nach Zürich fand im sogenannten Designmonat statt: November. Ich stand vor einem tiefgreifenden Karriereschritt. Von Beraterin im auswärtigen Amt in Rom wechselte ich zum Journalismus und in meinem Koffer hatte ich nicht nur den Wunsch, mich zu verändern, sondern auch eine grosse Leidenschaft für das Design.

Valeria Crescenzi | Founder Zurich Wonderland
Valeria Crescenzi, Designjournalistin. Foto: Carolina Caruso

Ich hätte nie gedacht, eine Design -und Architekturjournalistin zu werden und doch habe ich in Zürich die richtige Dimension dafür gefunden. Um das wahre Wesen «meines» Zürichs, einer diskreten Frau, zu entdecken, muss man sich Zeit nehmen. Sie ist eine Mini-Metropole mit der richtigen Mischung aus lokalem und internationalem Flair und sie zeigt ein grosses Herz, auch wenn es, besonders zu Beginn, viel Engagement und Anpassung erfordert. Auf dem Blog erzähle ich von der raffinierten Seele seiner schönsten Orte, die in ständigem Dialog sind mit dem Gebiet, wo sie liegen. Sie erfinden sich neu, vielleicht verändern sie ihre Aussehen, aber sie bleiben immer neugierig auf das, was sie umgibt.

Zurigo è una parentesi quadra, a destra della tastiera, vicino all’asterisco… – Francesca Mazzucato

Danksagungen 

Ich danke Zürich Tourismus und insbesondere Anita Berardi (Area Manager Italien, Frankreich, Südasien, Korea), die mich als Journalistin und Züri-Bloggerin eingeladen hat, Zürich durch Design zu erzählen. Dank geht auch an Consilium Comunicazione und Andrea Cucchetti für die Schaffung einer angenehmen Veranstaltung an diesem für die Designbranche ikonischen Ort, der Triennale Milano, an dem interessante Gespräche nie versiegten.


Bis Bald!

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