Tirggel, biscotto tipico zurighese

Typische Zürcher Leckereien und Tees aus aller Welt

Kennt ihr die typischen Leckereien aus Zürich? Entdeckt drei lokale Spezialitäten, gepaart mit Tee aus aller Welt und die Rezepte, um sie zu backen.


Weihnachten wartet gerade um die Ecke, so wächst die Lust sich mit gastronomischen Köstlichkeiten zu verwöhnen und Leckerbissen zuzubereiten, wobei der verlangsamte Rhythmus der Festtage ausgenutzt wird. Für diesen Artikel habe ich meine Küche virtuell mit Carlotta geteilt: Sie ist die Gründerin des Blogs Five o‘ Clock, welcher der faszinierenden Welt des Tees gewidmet ist; (erinnert ihr euch an das Interview, das sie mit mir im November geführt hatte?).

Ich habe drei typische Zürcher Leckereien ausgesucht, den Tirggel, die Hüppen und den Grittibänz. Carlotta hat sich um die spezifischen Pairings gekümmert und erzählt, warum die Teesorten, die sie ausgewählt hat, genau zu den Zutaten dieser drei typischen Zürcher Süssigkeiten passen. Eine vernaschte Art, etwas über das kulinarische Erbe der Region zu erfahren. Neben den Kombinationen mit den Tees findet ihr auch die dazugehörigen Rezepte: Falls ihr diese Süssigkeiten zubereitet, teilt doch einige Fotos auf Instagram mit dem Hashtag #zurichwonderlandxmas.

Die Tirggel und der Assam: eine Liebesgeschichte zwischen Gewürzen und Honig

Die Tirggel sind sehr hartes und dünnes Gebäck aus Honig, dessen Oberfläche verschiedene Motive zieren (meine Favoriten sind diejenigen, die historische Orte in Zürich darstellen). Sie wurden in der Mitte des 14. Jahrhunderts kreiert und früher schrieb man ihnen medizinische Eigenheiten zu, vielleicht wegen der vielen Gewürze, mit denen sie angereichert sind. Darunter finden wir Anis, Ingwer und Koriander.

Das Tee-Pairing

Foto: Carlotta Mariani, Five o‘ clock

Die würzigen Noten des Tirggels passen perfekt zum Assam, einem indischen Schwarztee, der die Grundlage des berühmten würzigen Getränks Masala Chai oder Chai Tea bildet. Habt ihr es schon mal probiert?

Der Assam stammt aus der gleichnamigen Region Indiens, einem der wichtigsten Tee-Produktionsgebiete der Welt. Wie gesagt, er schmeckt ausgezeichnet mit der Zugabe von Gewürzen, aber auch pur, mit einem Schuss Milch oder sogar mit einem Löffel Zucker oder Honig. Seine Noten von Malz und Melasse eignen sich gut für verschiedene Interpretationen.

Wisst ihr, dass er gut zu dunkler Schokolade und den Zutaten des typischen angelsächsischen Frühstücks mit Eiern und Speck passt?

Tipp: Um ein zartes Getränk ohne allzu aggressiven und bitteren Geschmack zu erhalten, lasst die Blätter oder den Beutel nicht länger als 3 Minuten ziehen.

Das Tirggel-Rezept

Variante der St. Jakob Stiftung // Zubereitung: ca 1 Stunde // Portionen: ca. 12 Personen. 

Zutaten
450 g Honig
100 g Puderzucker
Je 1 Teelöffel Zimt, Nelkenpulver, Ingwer, Koriander und Anis
1 ½ Esslöffel Rosenwasser
700 g Mehl

Zubereitung
Den Honig mit den Gewürzen im Wasserbad erhitzen bis sich alle Zuckerkristalle gelöst haben, auskühlen lassen. Das Mehl darunter arbeiten, bis sich die Masse von der Schüssel löst. Teig über Nacht bei Raumtemperatur stehen lassen.
Den Teig 2mm dick ausrollen und dabei gut mehlen. Den Model mit wenig Öl bestreichen, ein ausgewalztes Teigstück darauf legen und gut andrücken. Je exakter der Teig hineingepresst wird, umso deutlicher wird das Bild. Den Teig sorgfältig vom Model ablösen und dem Motivrand entlang ausschneiden oder ausstechen.

Auf einem schwach gefetteten und bemehlten Blech bei 300 Grad Oberhitze auf der obersten Rille des Ofens ca. 2 Minuten backen. Das Relief muss braun werden, während die Unterseite weiss bleibt.


Grittibänz und Rooibos (oder Milky Oolong). Auch für die Kleinen.

Die Grittibänz sind Brot-Menschlein aus Zöpfteig, die sehr stark mit der Tradition des Sankt Nikolaus‘ am 6. Dezember zusammenhängen. Sie sind unterschiedlich gross (bis zu 2 kg schwer) und haben je nach Kanton unterschiedliche Namen. Eine der traditionellen Variationen sieht Dekorationen mit Rosinen vor, aber ich persönlich bevorzuge diejenigen, die mit Schokolade verziert sind.

Das Tee-Pairing

Foto: Carlotta Mariani, Five o‘ clock

Ein von Kindern heiss geliebte Süssigkeit kann nur von einem Tee oder eher einem Kräutertee begleitet werden, der auch für Kinder geeignet ist. Ich spreche von Rooibos, fälschlicherweise als roter Tee bezeichnet, natürlich ohne Teein mit Vanillegeschmack, nussig und richtig kuschelig.

Dieser Kräutertee wird aus der Verarbeitung einer Pflanze, Aspalathus linearis, gewonnen, die nur in der südafrikanischen Region Cederberg wächst und in Afrikaans rooibos genannt wird. Er wird wie ein normaler Tee zubereitet, einfach 3-5 Minuten in heissem Wasser ziehen lassen. In der Tasse nimmt der Roiboos ein schönes Weihnachtsmann-Rot an und kann ohne Zucker getrunken werden.

Tipp: Nicht jeder mag den Geschmack von Rooibos. Es gibt solche, die sich an den holzigen Noten stören, andere dagegen an der übermässigen Süsse. Was ist zu tun? Ich mag es, ein paar Kardamomsamen hinzuzufügen, um den Geschmack auszugleichen. Andernfalls wählt ein anderes Pairing: Ersetzt den Rooibos mit einer Tasse Milky Oolong, einem Tee mit niedrigem Teegehalt, der für alle Altersgruppen geeignet ist. Am Gaumen erinnert er an den Geschmack von Rahmbonbons.

Das Grittibänz-Rezept

Rezept von agricoltura.ch // Portionen für 4 Personen // Vorbereitungszeit: mehr als 60 Minuten.

Zutaten
1 kg weisses Mehl
1 Teelöffel Salz
Hefe nach Belieben
6 dl Milch
100 g geschmolzene Butter
Schokolade, Nüsse, Rosinen oder kandierte Kirschen zum Verzieren
1 Ei zum Bepinseln

Zubereitung
Die Zutaten bearbeiten bis ein glatter und elastischer Teig entsteht. Aufgehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat, danach weiter kneten.

Den Teig nochmals eine halbe Stunde ruhen lassen und dann die Grittibänze formen. Verziert die kleinen Menschlein mit Schokolade, Nüssen, Rosinen oder kandierten Kirschen. Mit Ei bestreichen und bei 210° goldbraun backen.


Lust auf einen English Afternoon Tea in einem märchenhaften Ort? Entdeckt mehr hier.


Die Süsse der Hüppen und der Champagner der Tees: der Darjeeling

Die Hüppen sind kleine knusprige zusammengerolltes Gebäcke, die mit Gianduia gefüllt werden. Das Originalrezept stammt aus dem Jahr 1947 und wird von der Familie Straumann, der zweiten Generation von Produzenten, eifersüchtig gehütet. Die Hüppen werden in einer kleinen Fabrik in Wädenswil, wenige Kilometer von Zürich entfernt, hergestellt und in vielen Konditoreien und Delikatessengeschäften verkauft.

Das Tee-Pairing

Wir beenden diese süsse Reise mit einem Schlenker zurück nach Indien mit einem weiteren aussergewöhnlichen Tee, einem meiner Favoriten. Ich spreche vom Darjeeling, einem Schwarztee, der in der gleichnamigen indischen Region am Fusse des Himalayas produziert wird. Es wird der «Champagner der Tees» genannt. Obwohl er aus demselben Land stammt wie der Assam, ist sein Geschmack völlig anders: aromatisch, fruchtig mit Noten von Mandeln und Muskattrauben. Seine charakteristische Astringenz reinigt den Mund gut von der Schärfe und Süsse der köstlichen Hüppen, die zu einem zweiten, dritten, vierten … Bissen verführen. Kurz gesagt, einer zieht den anderen nach sich in einem lustigen Spiel zwischen Hüppen und Tee.

Denkt daran, dass ihr den Darjeeling auch mit herzhaften Rezepten wie Käse, Eiern, Curry- oder gegrilltem Poulet- oder Lachs-Canapés kombinieren könnt.

Tipp: Diese Waffeln lassen sich fast noch besser mit einem Tee aus der zweiten Darjeeling-Ernte begleiten, die im Geschmack weicher ist als die erste, jedoch aromatischer als die Herbsternte. Ihr findet ihn auch unter der Bezeichnung «Darjeeling 2nd Flush».


Habt ihr diese Reise durch die typischen Zürcher Leckereien und durch verschiedene Teesorten genossen? Schreibt uns einen Kommentar: Welches Pairing hat euch am besten gefallen?


Carlotta ist Journalistin und Tee-Enthusiastin. 2009 gründete sie den Blog Five o ‚clock und versucht mit Texten und Bildern ihre Entdeckungen und ihre Leidenschaft für dieses tausend Jahre alte Getränk nuanciert zu vermitteln. Die Besonderheit des Blogs ist, dass er immer um 17:00 Uhr aktualisiert wird, so können wir uns alle quasi als Freunden treffen und eine Tasse Tee teilen. Im Jahr 2016 gehörte Five o‘ clock zu den Finalisten des Best Tea Blog Awards an der World Tea Expo in Las Vegas und ist ab 2017 Medienpartner des ersten Teefestivals in Italien In•Tè Bologna Tea Festival.

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